Beirut

Greetings from Beirut

Frau Carstens ist in den Ferien meist recht viel unterwegs und besonders viel Gesprächsbedarf gibt es, wenn sie sich in Gegenden begibt, die für uns auch eine besondere Bedeutung haben. 

Dieses Mal ist sie in den Libanon geflogen, um das Land und die Leute besser kennenzulernen, Bekannte zu besuchen und sich ein Bild der Lage der Menschen vor Ort zu machen. Natürlich durfte auch auf dieser Reise unser Klassenfuchs Watson nicht fehlen. 

Der Libanon ist ein schönes Land, hat aber auch viele Probleme. Es hat dort schon oft Krieg gegeben und es gibt dort sehr viele Geflüchtete aus Palästina oder Syrien zum Beispiel. Die hat Frau Carstens sehr oft besucht und sich angeschaut, wie die Leute dort leben und überlegt, was wir in Deutschland tun können, um sie zu unterstützen.

Zum Glück gibt es überall auf der Welt sehr hilfsbereite  Menschen, die Frau Carstens oft unterstützen und so hatte Frau Carstens immer viele geduldige Fremdenführer, die ihr alles gezeigt, erklärt und auch eine Menge übersetzt haben.  

Der Libanon ist ein sehr kleines Land, in dem es viel zu entdecken gibt. Die Hauptstadt Beirut hat für jeden Geschmack etwas zu bieten. Freundliche Menschen, viele Einkaufsmöglichkeiten, großartiges Essen sowie Kunst und Kultur.  Allerdings haben Beirut und seine Umgebung auch viele Schattenseiten. Die Spuren des Krieges findet man überall und besonders die Flüchtlingslager in und um die Stadt herum machen einen sehr betroffen. Hier leben Geflüchtete aus Syrien und Palästina zum Teil schon seit Jahrzehnten. Sie können nicht zurück in ihre Heimat, haben aber im Libanon keine Chance auf eine Arbeitserlaubnis oder eine Perspektive.

Eher durch Zufall ist Frau Carstens auf ihren Entdeckungstouren auf ein Flüchtlingslager nahe der syrischen Grenze gestoßen: auf Katermaya. Katermaya unterscheidet sich von den meistenanderen Flüchtlingslagern allein schon durch seine Größe, es ist sehr klein - etwa 300 Menschen leben dort, besonders Frauen und Kinder. Wenn man nicht weiß, wo man suchen muss, ist es sehr schwer zu finden und man muss sich lange bei den Einheimischen durchfragen.  Katermaya wird allein von einem einzelnen Mann geleitet, Ali. Ihm gehört das Land, auf dem sich das Lager befindet und als mehr und mehr Menschen über die syrische Grenze flüchteten, erlaubte er ihnen auf seinem Land zu bleiben. Nach und nach entstand dort ein kleines Flüchtlingslager, in dem die Menschen nun seit etwa 6 Jahren auf das Ende des Krieges warten. 

Das Leben in Katermaya ist nicht leicht. Die Bewohner sind fast ausschließlich auf Ali angewiesen, der sie durch Spenden regelmäßig mit Wasser, Nahrungsmitteln und Strom versorgt. Fließendes Wasser gibt es nicht. Es wird, wann immer es geht, mit einem kleinen Tanklaster gebracht. 

Strom gibt es auch keinen, nur einen Generator, der bei Bedarf von Ali angeschaltet wird, wenn Diesel zur Verfügung steht. Die Menschen leben in kleinen Hütten, die behelfsmäßig aus Sperrholz, Wellblech und Planen gefertigt sind - im Winter ist es deshalb für die Menschen oft sehr kalt.

In Katermaya gibt es auch eine kleine Schule für die 150 Kinder im Lager. Sie ist ungefähr so groß, wie unser Klassenraum in Deutschland. Dort werden sie in Schichten von zwei Lehrerinnen unterrichtet - Lesen, Schreiben und Rechnen. 

Frau Carstens kam gerade recht, als die Schule eine neue Plane für ihr Dach erhielt. 

Ali kümmert sich ganz allein um das Lager, die großen Organisationen, wie UNHCR waren das letzte Mal vor vier Jahren dort. Seitdem ist man dort auf sich allein gestellt.  Frau Carstens hat viel Zeit in Katermaya verbracht und lange mit Ali darüber gesprochen, was die Menschen dort am Nötigsten brauchen und wie wir möglicherweise helfen könnten. Besonders Medizin, Alltagsgüter wie Wasser, Nahrung und Diesel, sowie Schulsachen seien sehr hilfreich, meinte Ali. Er träumt außerdem von sanitären Anlagen und einer kleinen Gemeinschaftsküche, um den Menschen das Leben dort zu erleichtern. 

Als Frau Carstens aus dem Libanon zurückgekehrt ist und uns von Katermaya berichtet hat, haben wir uns schnell entschlossen zu helfen. Besonders die Geschichte der Kinder aus Katermaya war für uns interessant und da wir ja selbst noch zur Schule gehen, wissen wir natürlich ganz genau, was man dafür braucht. Wir haben uns also entschieden auf unserem diesjährigen schuleigenen Adventsbasar eine Spendenaktion zur machen, bei der wir Schultüten für die Kinder aus Katermaya packen und mit dem gesammelten Spendengeld in den Libanon schicken wollen. 

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